Honor 7: Das neue Volkssmartphone?

Honor 7

Honor 7
8.6

Design

10/10

    Display

    9/10

      Hardware

      8/10

        Software

        8/10

          Akku

          8/10

            Pros

            • - Verarbeitung
            • - Leistung
            • - Fingerabdrucksensor

            Cons

            • - EMUI

            Ja, die Überschrift klingt etwas gewagt. Doch das Honor 7 bietet alles, was ein ein Smartphone für Jedermann bieten muss: Einen günstigen Preis, eine gute Ausstattung und ein unglaubliches Premiumgefühl.

            Honor 7 1

            Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, dass die Überschrift an der des Test vom Motorola Moto G angelehnt ist. Der Test wurde vor knapp zwei Jahren veröffentlicht und beschrieb das Moto G als das perfekte Smartphone für den Otto-Normalverbraucher. Zwar ist das Honor 7 etwas teurer als das damalige Moto G oder das jetzige Moto G der dritten Generation, doch empfinde ich das Smartphone als perfekt für alle „nicht-technik-affinen“ Käufer. Wieso? Das lest ihr in den folgenden Zeilen.

            Honor 7. Your 7 Senses – Honor

            Design und Haptik

            Man kann gegen den Hersteller Honor (Huawei) wirklich sagen, was man will, aber eins haben sie echt drauf: Hochwertige Smartphones bauen. Das Gefühl hatte ich damals schon beim Huawei Ascend Mate 7, dessen Nachfolger hat dem nochmal eins draufgesetzt und auch das Honor 7 kann sich definitiv in die Liga der hochwertigen Smartphones mit Aluminium Gehäuse einreihen. Ich hatte beim Honor 7 jedes Mal das Gefühl, ein hochwertiges Oberklassensmartphone in der Hand zu halten und kein Smartphone, das preislich in der Mittelklasse liegt. Dieses Gefühl hatte ich z.b. beim Sony Xperia Z5 nicht.

            Honor 7 2

            Die Geister zu Aluminiumgehäusen scheiden sich, doch ich verbinde edle Gehäuse immer noch mit Aluminium. Nachteil daran ist jedoch, das Smartphones aus Aluminium nicht ganz so griffig in der Hand liegen und etwas rutschen. Das ist auch beim Honor 7 der Fall. Auf der Rückseite des Smartphones befindet sich die Kamera mit Dual-LED Blitz und der Fingerabdrucksensor. Auch dessen Platzierung hat seine Vor- und Nachteile. Habe ich das Honor 7 in der Hand gehalten oder gerade aus der Hosentasche gezogen, ist der Fingerabdrucksensor sehr leicht zu erreichen. Fingerabdrucksensoren auf der Vorderseite besitzen jedoch den Vorteil, dass sie auch dann erreicht werden können, wenn das Smartphone auf dem Tisch liegt.

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            Jederzeit leicht erreicht werden können jedoch die Lautstärkewippe und der Standby Knopf auf der rechten Seite. Die sind ebenfalls aus Aluminium gefertigt und besitzen einen wirklich hervorragenden Druckpunkt! Wirklich kein Vergleich zu meinem derzeitigen Nexus 6. Auf der linken Seite des Smartphones befindet sich ein weiterer Button, mithilfe dessen sich Shortcuts zu bestimmten Apps oder Funktionen des Honor 7 einrichten lassen. Weiterhin befinden sich unten der microUSB Port und oben ein 3,5 mm Klinkenanschluss.

            Natürlich sollte auch das 5,2 Zoll große Display auf der Vorderseite nicht vergessen werden. Jenes löst mit FullHD 1920 x 1080 Pixeln auf. Darüber befindet sich die Frontkamera und ein – ja! – Blitz für Selfies! Zu Größe des Honor 7: Gerade besitze ich ein Nexus 6 mit 6 Zoll Display, dementsprechend klein fühlte sich auch das Honor 7 an. Jedoch muss ich sagen, dass ich diese Displaygröße nach einer gewissen Eingewöhnung fast perfekt finde. Mit 157 Gramm ist das Honor 7 auch angenehm schwer und fällt nicht so leicht aus der Hand.

            Hardware und Leistung

            Honor 7 4

            Auch im Inneren ist das Honor 7 mit allem ausgestattet, was der allgemeine Nutzer von seinem Smartphone erwarten kann. Angetrieben wird das Honor Smartphone vom hauseigenen HiSilicon Kirin 935 Octa-core Prozessor, der mit 2,2 und 1,5 GHz taktet. Unterstützt wird er dabei von 3 GB RAM. Allein diese Specs verraten einem eigentlich schon, dass es sich beim Honor 7 nicht unbedingt um ein Smartphone der Mittelklasse handeln muss. Nie ruckelte es irgendwo, Apps starten schnell und ohne Verzögerung. Dazu gesellen sich entweder 16, 32 oder 64 GB interner Speicher, der erweitert werden kann. Auch die üblichen Standards wie Bluetooth, GPS, WLAN und LTE fehlen nicht, NFC ist jedoch nicht dabei! Klar, Android Pay ist in Deutschland noch nicht Verfügbar, aber irgendwann wird die Zahlungsmethode – hoffentlich – auch nach Deutschland kommen, und dann ist fehlendes NFC natürlich ärgerlich. Das Smartphone verlangt übrigens nach einer Nano SIM Karte.

            Honor 7 Akku

            Der Akku des Honor 7 ist 3100 mAh groß. Das ist mehr als der des Samsung Galaxy S7. Ich muss aber sagen, dass die Akkulaufzeit dafür bestenfalls Standard ist. Klar hängt diese stark vom Nutzungsverhalten hab, doch selbst ich, der nicht unbedingt jede Minute das Handy in der Hand hält, hat hat nur selten eine Display-on-time von über 3 Stunden erreicht. Nach einer Gesamtlaufzeit von knapp 16 Stunden hatte ich noch 13 Prozent Akku übrig. Für mich reicht der Akku dicke – nie ließ er mich im Stich und er ist sogar besser als der meines aktuellen Hauptgeräts dem Nexus 6. Für manche könnte es jedoch knapp werden. Zur Info: Zwei Kommilitonen haben sich das Honor 7 gekauft und sind mit der Akkulaufzeit voll und ganz zufrieden. Die beiden machen sich absolut keine Gedanken mehr über den Akku.

            Zum Display gibt es nicht viel zusagen. Es löst mit FullHD 1920×1080 Pixeln auf, sieht super aus, ist ausreichend hell und die Farben sind klasse. Da gibts absolut nichts auszusetzen.

            Von der Kamera des Honor 7 war ich nicht sonderlich begeistert. Sie löst zwar mit 20 Megapixeln auf und schießt Bilder mit tollen Farben, jedoch ist die Belichtungszeit im automatischen Modus etwas zu lang, weshalb die Bilder häufig etwas verwischen, wenn sich das Motiv etwas bewegt. Das passiert gerade bei schlechter Belichtung besonders häufig. Dies ist bei Smartphonekameras oft so, doch beim Honor 7 fiel mir dies besonders auf. Aber überzeugt euch am besten selbst:

            Zum Schluss noch ein paar Worte zum Fingerabdrucksensor: Über die optimale Position kann man ja wie gesagt diskutieren, die Funktionsweise des Sensors ist jedoch klasse! Leider wurde der Finger bei mir manchmal nicht auf Anhieb erkannt – das kann auch an mir liegen – aber normalerweise reagiert der Fingerabdrucksensor sehr zügig. Mithilfe des Sensors kann das Honor 7 auch mit ausgeschaltetem Display schnell entsperrt werden. Ich halte den Sensor für eine unheimlich praktische Sache und finde es schade, dass mein Nexus 6 keinen besitzt.

            Software

            Honor bügelt auf dem Honor 7 über Android 5.x Lollipop die hauseigene Oberfläche EMUI 3.1 drüber. Zugegeben, die Oberfläche ist immer noch etwas gewöhnungsbedürftig. Ich habe mich – nach ein paar Tests von Huawei/Honor Smartphones – mittlerweile an das Interface, das an iOS angelehnt ist, gewöhnt. EMUI besitzt im Gegensatz zu den Oberflächen vieler anderer Hersteller keinen Launcher, in dem sämtliche Apps vorzufinden sind, sondern alle Apps landen direkt auf dem Homescreen. Dies mag bei zahlreichen installierten Apps zunächst etwas unübersichtlich erscheinen, doch insgesamt finden meine Kommilitonen die Oberfläche sehr einfach und leicht verständlich. Ich habe mich, wie gesagt, mittlerweile daran gewöhnt. Da ich die Oberfläche schon häufig vorgestellt habe, hänge ich nur ein paar Bilder an, damit ihr euch ein Bild vom Design der Oberfläche machen könnt:

            Trotzdem möchte ich nochmal auf ein paar Eigenarten der Software hinweisen. Ab Werk sind auf dem Honor 7 beispielsweise sehr viele Apps von Drittanbietern vorinstalliert. Zum Glück lassen sich diese aber alle ganz einfach deinstallieren. Zusätzlich installiert Honor noch einige eigene Apps wie eine Taschenlampe, einen Sprachrecorder oder ein Tool zu Datensicherung. Dies alles ist mehr oder weniger sinnvoll. Die Einstellungen und das Notification Center finde ich immer noch etwas unübersichtlich gestaltet. In den Einstellungen gibt es mächtige Tools, um die Benachrichtigungen der Apps zu verwalten und den Akku zu optimieren, in dem den Apps das Recht, im Hintergrund zu laufen, entzogen wird. Da muss man erstmal durchblicken. Zudem sind immer noch ab und zu die Menüpunkte in den Einstellungen auf Englisch. Schade finde ich es, dass man die Benachrichtigungsleiste nicht im Lockscreen herunterziehen kann. Auch mit der Tastatur kam ich am Anfang gar nicht klar, da sie bei mir sehr träge war, sodass ich mir sofort die Tastatur von Google installierte.
            Sicher klingt meine Meinung zu EMUI nicht ganz positiv. Klar gibt es einige Punkte, die mich immer noch nerven, doch mittlerweile komme ich gut mit der Oberfläche klar. Zudem bin ich ein Nexus Nutzer, da ist es klar, dass ich Anderes gewohnt bin. Ich möchte auch nochmal darauf hinweisen, dass meine Kommilitonen wunderbar mit der Oberfläche klar kommen. Trotzdem empfehle ich, falls ihr einen Kauf in Erwägung zieht, kurz zum Elektronikhändler eures Vertrauens zu gehen und kurz mit dem Honor 7 rumzuspielen. Lest euch am besten auch den Artikel vom Jens zum Thema EMUI durch.

            Fazit

            Honor 7 3

            Das Honor 7 – das neue Volkssmartphone? Die Idee zu dieser Überschrift kam mir, weil seitdem ich das Smartphone getestet habe, sich vier Personen in meinem Umfeld das Honor gekauft haben – die Hälfte davon ohne mein Zutun! Derzeit kostet das Honor 7 auf Amazon 321 €. Dafür bekommt man einfach verdammt viel! Ein hervorragend verarbeitetes Gehäuse, viel Power, eine gute Kamera und eine Oberfläche, die auch für Einsteiger geeignet ist. Der Preis liegt in der Mittelklasse, doch von der Ausstattung her sehe ich das Smartphone eher in der Oberklasse. Klar ist das Honor 7 knapp 100 € teurer als das aktuelle Moto G von Motorola, doch ich empfehle das Smartphone allen, die bereit sind, diese wenigen Euro mehr auszugeben, und dafür etwas Oberklasse Luft schnuppern möchten.

            Leon

            Leon

            Redakteur bei thedroidgeeks.de
            Schon seit längerer Zeit verfolge ich Nachrichten rund um die Welt der Smartphones. Jedoch interessiere ich mich auch für alle anderen technischen Neuheiten. Ich spiele gerne Tennis, liebe Serien und studiere Wirtschaftsinformatik.
            Leon

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