Das neue iPad Pro soll Apples produktives iPad sein

Apple stellte gestern ein neues Tablet der iPad Reihe vor: Das iPad Pro. Mit einem Stylus und Smart Keyboard im Gepäck richtet sich das 12,9 Zoll große iOS Gerät vor allem an die kreativen und produktiven Nutzer unter uns.

iPad Pro 8

Als „the biggest news in iPad since iPad“ wurde das iPad Pro gestern Abend auf dem Herbstevent von Apple vorgestellt, bevor das Tablet von Tim Cook mit einem breiten Grinsen den Zuschauern präsentiert wurde.

iPad Pro 2

Ich war zuerst ziemlich skeptisch – und bin es jetzt immer noch – denn im Grunde genommen handelt es sich wirklich nur um ein (zu) groß geratenes iPad. Die ersten Anwendungsszenarien, die im Anschluss von Phil Schiller vorgestellt wurden, verstärkten mein Misstrauen nur, denn der Fokus lag eindeutig auf Entertainment. Bei einem 713g schweren Tablet mit 12,9 Zoll Display ist das jedoch meiner Meinung so, als würde man mit Kanonen auf Spatzen schießen. Das Misstrauen wurde im Laufe der Präsentation etwas abgeschwächt, denn das iPad richtet sich nebenbei vor allem an professionelle Anwender. Dies zeigt unter anderem auch die technische Ausstattung:

iPad Pro 6

Das iPad Pro besitzt ein 12,9 Zoll großes Display mit 2732 x 2048 Pixeln. Zum ersten Mal in einem Display von Apple ist die Bildwiederholrate variabel, sodass bei statischen Inhalten Strom gespart werden kann. So kann trotz des großen Displays und des 6,9 mm dünnen Gehäuses eine Akkulaufzeit von 10 Stunden erreicht werden. Das überdimensionale iPad wird von einem 64-bit A9X Prozessor befeuert, der eine 1,8-fache Leistung und doppelte Grafikleistung des A8 Chips im iPad Air 2 bietet. Apple gibt sogar an, dass das iPad Pro schneller als 80 Prozent der derzeitigen mobilen PCs ist. Laut GforGames sollen 4 GB RAM verbaut sein. Zudem ist das iPad mit Touch ID und vier Lautsprechern ausgestattet, die ordentlich laut sein sollen.

iPad Pro 9

Apple richtet sich also hauptsächlich an anspruchsvolle, kreative und produktive Anwender. So ist es kein Wunder, dass während des Events unter anderem von Microsoft und Adobe Demos gezeigt worden sind. Die Demos demonstrierten vor allem, wie man mit dem iPad Pro und dem seit iOS 9 verfügbaren Split View zwei Apps parallel laufen lassen und somit schneller arbeiten kann. Beide Firmen haben ihre Apps vor allem auf ein Feature des iPad Pros abgestimmt: Den Apple Pencil. Mit dem Eingabestift, den man sich für $99 zusätzlich kaufen muss, kann man das iPad noch genauer bedienen, Notizen schreiben und Zeichnungen und Bilder anfertigen. Während der Eingabe mit dem Stylus scannt das Tablet dessen Signal 240 mal pro Sekunde, sodass verzögerungsfreie Eingaben möglich sein sollen. Der Apple Pencil besitzt zudem eine drucksensitive Spitze und merkt, in welchem Winkel er gehalten wird. So kann er die Eingabe anpassen und z.B. Linien dicker oder mit einem Schatten zeichnen. 12 Stunden soll dabei der Akku halten. Geladen wird der Stift über einen Lightning Connector mit den iPad.

iPad Pro 1

Das Smart Keyboard ist ein weiteres Zubehör, dass für $169 erworben werden kann. Es verbindet sich über den Smart Connector – einem Anschluss an der Seite – mit dem iPad und kann daraufhin wie eine normale Tastatur verwendet werden. Obwohl das Smart Keyboard, das auch als Cover und Ständer dient, nur 4 mm dünn ist, sollen die Tastaturanschläge trotzdem angenehm sein.

iPad Pro 13

Hört sich alles stark nach einem Microsoft Surface Pro an? Finden wir auch, daher wird das iPad Pro bei uns in der Redaktion auch liebevoll ‚iSurface‘ genannt 😉 Zudem hat die Vorstellung eine gewisse Ironie, da Steve Jobs 2007 bei der Vorstellung des iPhones sagte, niemand bräuchte einen Stylus. Doch im Ernst. Apple liefert hier nicht unbedingt Innovation ab, sondern zieht mal wieder mit dem Wettbewerb mit. Das Surface Pro gibt es schon seit längerem als Tablet mit ansteckbarer Tastatur und Eingabestift und auch die Samsung Galaxy Tab Note Serie besteht schon seit einiger Zeit – sogar in einer 12,2 Zoll Version! Das Einzige, was Apple besser machen könnte, sind die Apps. Dies war wohl auch der Grund für die Vorstellung des iPad Pros: Das hervorragende Ökosystem von iOS mit all seinen Apps fit für den professionellen Gebrauch machen.

iPad Pro 14

Das iPad Pro kommt im November in den Farben Silber, Gold und Space Grau auf den deutschen Markt. In den USA starten die Preise ab $799 für die 32 GB Version. $949 werden für 128 GB und $1079 für 128 GB und LTE fällig.

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