Google Home – Die Plappertasche von Google im Test

Google Home

149€
Google Home
83

Einrichtung

10/10

    Bedienung

    9/10

      Design

      9/10

        Musikdienste

        8/10

          Klang

          7/10

            Pros

            • vollständige Integration zu allen Google Diensten
            • austauschbares Unterteil

            Cons

            • verliert oftmals die Verbindung zu Smarthome Geräten
            • Datenschutz? (nicht ganz klar, was mit den Daten passiert)

            Letztes Jahr auf der I/O vorgestellt und nun auch in Deutschland erhältlich, ist die “Plappertasche” von Google mit dem klingenden Namen Home. Nach dem Echo von Amazon kann man diesen 149€ teuren smarten Lautsprecher hierzulande kaufen. Ob der etwas taugt oder nicht, lest ihr in diesem Test.

            Hinweis: Dieser smarte Lautsprecher wurde mir freundlicherweise von Google für den Testzeitraum zur Verfügung gestellt. Trotzdem ist alles, was hier steht, meine Meinung. Weder hat jemand von Google den Test bezahlt, noch hat Google diesen Test vor Veröffentlichung gegengelesen. Wenn jemand mehr über diesen Lautsprecher wissen möchte, geht am besten auf die Seite von Google.

            Ersteinrichtung

            Die Ersteinrichtung geschieht über ein Smartphone oder Tablet mit der Google Home App. Im Prinzip verhält es sich hier ähnlich wie mit den Chromecast auch. Man wird durch diese App Schritt für Schritt geführt, teilt sein WiFi Passwort, muss ein paar Berechtigungen geben und dann geht es schon Los. Es ist extrem einfach und in maximal 5 Minuten erledigt. Wer den Chromecast kennt, der wird auch hiermit direkt zurechtkommen. Nach einem kurzen Tutorial kann man auch schon loslegen.

            Klangqualität

            Wer sich so ein Lautsprecher auch wegen dem Klang kauft, der wird enttäuscht werden. Die Klangqualität ist vergleichbar mit einfacheren Bluetooth Lautsprechern, mehr aber dann auch leider nicht. Es ersetzt ein Küchenradio oder ein kleines Radio im Schlafzimmer, aber mehr ist das echt nicht. Für ein bisschen Beschallung nebenbei kann man den jedoch getrost verwenden.

            Der Google Assistant

            Der wahre Grund, weshalb man sich den Google Home kaufen möchte, ist der Assistant. Ob man nun nach dem Wetter fragt, etwas über gewisse berühmte Personen wissen möchte oder aber auch Smarthome Geräte steuern möchte. All dies ist, in der Theorie, mit dem Google Home möglich. Klar, das Ganze klappt auch mit dem Google Assistant auf dem Smartphone oder Tablet, aber da hat man in der Regel nicht die guten Mikrofone. Das Gerät reagiert flott, aber hier muss ich sagen, dass Echo besser reagiert.

            Musikstreaming

            Leider hat man mit dem Google Home auch nicht so viele Auswahlmöglichkeiten an Musikstreamingdiensten. Spotify und Google Play Music sind dabei, sowie Deezer, aber der Rest fehlt leider. Das wird sich hoffentlich ändern. Zur Überbrückung kann man Bluetooth benutzen und damit an das Gerät streamen, aber das klappt natürlich nicht per Sprachbefehl.

            Multiroom und steuern von anderen Google Geräten

            Was mit dem Google Home besonders gut funktioniert, ist das Steuern von anderen Google Geräten. Egal ob Chromecast Audio, Video oder andere Google Home Geräte, mit einem Home kann man die alle steuern. “Spiele Florence Foster Jenkins auf Chromecast Wohnzimmer” und schon zieht man die bösen Blicke aller Leute auf sich, die in diesem Zimmer sitzen. Probiert es nur aus, ihr werdet sehen ;). Mit Video funktioniert das leider noch nicht so gut. Nicht alle Titel werden korrekt erkannt. Man bekommt manchmal etwas angezeigt, was man nun nicht möchte.

            Smarthome Steuerung

            Das klappt auch wunderbar mit dem Google Home. Lampe anschalten, Lampe ausschalten. Farbe wechseln. Alles top. Solange man die Geräte hat, die zur Zeit unterstützt werden und das sind nicht viele. Es fehlt leider eine Art App System, wie wir es vom Echo kennen. Hat man Hue von Philips, ist man auf der sicheren Seite. Dazu gibt es noch einige andere Smarthome Geräte, die in Deutschland aus verschiedenen Gründen nicht verfügbar oder bekannt sind. Umgehen kann man das mit einer Verknüpfung mit IFTTT, aber da gab es bei mir oftmals noch Probleme. Es hieß dann zwar, dass der Befehl ausgeführt wird, passiert ist aber nichts.

            Ein weiteres Problem ist auch, dass es mir ab und an selbst mit den nativ unterstützten Hues nicht geklappt hat. “Lampe Wohnzimmer wird eingeschaltet”, es leuchtete danach aber nichts. Die Lampen waren jedoch weiterhin online, denn mit der Hue App oder dem Echo hat es ja geklappt. Woran das lag, kann ich leider nicht sagen. Vielleicht hat sich das auch jetzt gebessert, aber das kann ich nun leider nicht mehr testen. Wenn jemand von euch ein ähnliches Problem haben sollte, meldet euch gerne bei mir. Es kann natürlich auch sein, dass ich da etwas falsch gemacht habe.

            Sicherheit und Datenschutz

            Darüber müssen wir natürlich auch sprechen. Die eine Seite sagt “so einen Spion stelle ich mir nicht freiwillig ins Haus”, die andere sagt “alles halb so wild”. Die Wahrheit liegt, wie so oft, irgendwo dazwischen. Einerseits muss gesagt werden, dass man mit einem Smartphone einen viel besseren Spion hat, als den Google Home. Man trägt das letztlich immer bei sich. Google wird also kaum ein Interesse auch noch an den Daten vom Home haben. Was sie wollen, haben sie schon. Konsequenterweise müsste man auch das Smartphone vom Internet trennen und auch Google allgemein meiden.

            Mikrofon Mute Knopf

            Andererseits nimmt sich Google auch viele Rechte. Ohne dem Standort, den Suchverlauf, App Verlauf auf Smartphone und Tablet und natürlich auch dem Sprachverlauf, funktioniert das Gerät nicht. Man bekommt nach dem Triggerwort nur ein “Bong, weitere Berechtigungen sind für den Betrieb von Google Home nötig.” Dabei würde es theoretisch auch ohne den App Verlauf vom Smartphone laufen. Kann ja Amazon auch.

            Schaut man Mal in Wireshark nach, wird man merken, dass der Home wirklich nur dann nach Hause telefoniert, wenn man das Triggerwort sagt. Schaltet man das Mikrofon stumm oder redet ganz normal, passiert absolut nichts. Wobei absolut nichts auch falsch ist. Denn Google Cast und Spotify telefonieren ständig nach Hause. Genauso fragt Google Home andauernd nach der Uhrzeit und möchte wissen, ob der Google Server noch lebt. Alles nichts wildes, denn die Sprache wird ja in dem Moment nicht übertragen.

            Man merkt also, dass Google nichts falsch macht. Trotzdem bleibt natürlich eine kleine Gefahr. Google Home ist ein kleiner Computer, der mit dem Internet verbunden ist und mit einer Version von Android läuft. Es kann natürlich möglich sein, dass Hacker sich Zugriff verschaffen und Sicherheitslücken ausnutzen. All das ist theoretisch möglich und sollte auch bei der Anschaffung bedacht werden. Dies gilt aber auch für Amazons Echon und andere Geräte, die mit dem Internet verbunden sind.

            Fazit

            Würde ich persönlich Google Home kaufen? Die Antwort lautet ganz klar nein. Es ist nicht schlecht, aber eben zu teuer und kann für mich nicht genug. Echo entspricht eher dem, was ich brauche. Bei Wissensfragen und kleinen Spielereien ist der Home zwar schön und auch die Funktion der Verbindung mit anderen Google Geräten darf nicht missachtet werden, aber das ist mir nicht wert 150€ dafür zu bezahlen. Ich habe schon ein Echo und brauche das nicht. Wer jedoch ein Google Fan ist und noch nicht in Echo investiert hat, kann hier natürlich zuschlagen. Es spricht nichts wirklich dagegen. Ich persönlich werde erst zuschlagen, wenn ein kleiner Google Home für um die 50€ kommt. Das ist es mir Wert und den großen Lautsprecher brauche ich auch nicht. Eine Kompaktanlage und selbst ein Küchenradio für 150€ werden einen besseren Klang abgeben.

            Habt ihr bereits ein Google Home oder plant ihr einen zu kaufen? Schreibt es gerne in die Kommentare.

            Hier noch einmal mein Ersteindruck und noch mehr Bilder 😉 .

             

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