AEG RX 9 – Saugroboter mit Potential im Test

Die Weihnachtspause ist vorbei und es gibt mal wieder einen Testbericht. Die letzten Wochen habe ich zwei Staubsaugerroboter getestet. Einer davon ist der AEG RX 9 gewesen. Ein intelligenter Staubsauger aus dem Hause AEG / Electrolux. Wie sich der RX9 im Alltag schlägt, erfahrt im Testbericht.

Im Test gehe ich auf den RX9 vor allem aus meiner Sicht als Gadget Liebhaber und Smart Home Fan ein und betrachte einen Staubsaugerroboter als intelligenten Helfer für einen sauberen Haushalt. Damit habe ich höchstwahrscheinlich andere Ansprüche als ein normaler Käufer, ein Familienvater oder ein Tierbesitzer.

Lieferumfang des AEG RX9

Der AEG RX 9 kommt in der Schachtel mit allem an Zubehör, welches für den Betrieb benötigt wird. Enthalten sind im Kaufpreis folgende Dinge:

  • AEG RX 9
  • Ladestation
  • Tasche zur Aufbewahrung des Saugroboters
  • Filter
  • Ersatzbürste

Rundgang um den RX9

Dann schauen wir uns den Premium Saugroboter von AEG mal ein wenig näher an. Der RX9 ist schon optisch anders als die meisten anderen Staubsaugerroboter. Er ist nicht komplett rund oder halbkreisförmig wie die meisten Geräte sondern dreieckig. AEG nennt dieses Design TrinityShape™. Damit soll der RX9 besonders gut in alle Ecken und an alle Stellen im Raum kommen.

Auf der Oberseite des Roboters befinden sich sämtliche Tasten die zur Bedienung des Gerätes ohne die Smartphone App notwendig sind. Eco Modus, Start/Stopp, Spot-Reinigung und die Rückkehr zur Ladestation können über diese Tasten getriggert werden. Dazu aber später noch mehr. Außerdem lässt sich über den großen Knopf auf der Oberseite des RX9 der Staubfangbehälter auswerfen.

Auf der Vorderseite befinden sich die “Augen” des RX9. AEG hat diesen den Namen 3DVision™ gegeben. Die Technologie besteht aus einer in der Mitte zentral angebrachten Kamera und zwei Lasersensoren die jeweils rechts und links von der Kamera angebracht sind. Die Laser kreuzen sich und können so Räume, Hindernisse, Abgründe und Stufen erkennen. Die Laser und die Kamera vermessen dabei ständig punktgenau den Bereich vor dem Roboter. Zur Seite und nach Hinten ist der Roboter allerdings blind. Andere Staubsaugerroboter lösen das etwas anders, beispielsweise mit einem runden Laserturm auf dem Roboter selber.

Zusätzlich zu den intelligenten Sensoren hat der RX9 auch noch einen Taster, eine Art Stoßstange. Falls die Sensoren je ein kleines oder zu schmales Hindernis nach vorne nicht erfassen, merkt der Roboter wenn er gegen einen Gegenstand fährt.

Auf der Unterseite des Roboters befindet sich, wie bei einem Staubsauger üblich, die Reinigungseinheit. Diese besteht beim RX9 aus einer höhenverstellbaren PowerBrush- und einer großen Seiten-Bürste. Zusätzlich befinden sich auf der Unterseite auch noch die beiden vom Motor angetriebenen Räder zur Fortbewegung und die Metallkontakte zum Laden der beiden Akkus.

Aufbau, Steuerung und Einrichtung der App

Der Aufbau des RX9, sofern man hier überhaupt von einem Aufbau sprechen kann, ist sehr einfach. Vor dem ersten Betrieb müssen eigentlich nur zwei Dinge erledigt werden. Der RX9 kommt mit demontierter Seitenbürste. Diese muss einfach auf die dafür vorgesehene Vorrichtung gesteckt werden. Gehalten wird sie im Fall des AEG Saugers mit einem Magneten. Falls sie sich doch mal verhaken sollte, kann kein Schaden angerichtet werden, da sich der Magnet einfach löst. Der zweite Schritt ist der Aufbau der Ladestation. Hier sollte man ein freies Stück Wand nehmen.

Den links und rechts und auch in den Raum hinein braucht man je einen Meter, damit der AEG RX9 auch zuverlässig seine Ladestation wiederfindet. Ich habe ihn zentral in den Flur gestellt, da er von hier alle Räume erreichen kann. Von Kollegen habe ich auch schon gehört, dass sie ihren Staubsaugerroboter einfach unter dem Bett mit der Ladestation parken. Dort ist aufgeräumt und nicht sichtbar, allerdings kann man so während des Ladens auch nur schwer an den Roboter um den Schmutzbehälter zu leeren. Mit der Position muss man eventuell ein wenig herumexperimentieren. Hat man die passende Stelle gefunden platziert man den Roboter in den Platz in der Ladestation und schon ist er einsatzbereit. Kinderleicht und intuitiv.

Betrieben werden kann der RX9 auch komplett ohne eine Anbindung an das Internet über das heimische WiFi. Dafür hat der AEG eine Vielzahl an Knöpfen auf der Oberseite, wie bereits erwähnt. So lässt sich via Taste der Eco-Modus aktivieren, welche die Saugkraft des RX9 deutlich verlängert. Das geht allerdings auf Kosten der Saugkraft. Mit der Start/Stopp taste lässt sich die Reinigung starten oder beenden. Wird die Reinigung in der Ladestation gestartet, kehrt der Roboter nach der Fertigstellung in diese zurück. An einem beliebigen Ort im Raum gestartet kehrt der RX9 nach Abschluss der Reinigung an den Ausgangspunkt zurück.

Ebenfalls ohne App funktioniert auch die Spot-Reinigung. Mit dieser kann man ein kleines 1m x 1m großes Quadrat reinigen vor dem Roboter reinigen lassen. Hilfreich, wenn man mal den Zucker fallen lassen hat oder ähnliches. Mit dem letzten Butten, dem Home Button, kann man den AEG manuell zur Ladestation zurückschicken. Das funktioniert auch alles, wie von AEG vorgesehen.

Kommen wir zur App. Und genau hier verschenkt AEG leider sehr viel Potential, vor allem wenn man hier den vergleich auch zur deutlich günstigeren Konkurrenz anstrengt. Momentan gibt es nur zwei wirkliche Features die einem die App im Gegensatz zum normalen Betrieb bringt. Man kann zum einen den Reinigungsprozess mit Smartphone von Unterwegs einfach antriggern. Zum anderen ist es möglich einen Reinigungsplan festzulegen. Für jeden Tag der Woche kann eine Uhrzeit festgelegt werden und auch eingestellt werden, ob der RX9 an diesem Tag reinigen soll. Ich habe hier einfach für alle Wochentage 11.00 Uhr eingestellt, damit der AEG in Ruhe saugen kann und niemanden stört.

Das war es allerdings auch schon was die App angeht. Die AEG RX9 App gibt es sowohl für iOS als auch für Android in der Version 2.0. AEG hat hier meiner Meinung nach noch einiges nachzuarbeiten. Angefangen von Benachrichtigungen, wenn die Reinigung beendet ist, der Roboter festhängt oder ähnlichem. Über eine Reinigungskarte, die anzeigt wo der RX9 gesaugt hat und wo nicht. Hin zur Integration von smarten Assistenten wie Amazon Alexa, Google Assistent und Apple Homekit. Technisch möglich wären aus meiner Sicht alle dieser Funktionen. Ich hoffe AEG arbeitet hier noch nach.

Der AEG RX9 in meinem Alltag

Bei mir kommt der RX9 momentan seit mehr als zwei Wochen täglich zum Einsatz. Wie oben geschrieben an Wochentagen zu einer festgelegten Zeit und am Wochenende je nach Bedarf, am liebsten wenn ich unterwegs beim Einkaufen oder im Sport bin. Trotz der häufigen Reinigung findet der RX9 jeden Tag eine ordentliche Menge an Staub und sonstigem Schmutz. Und das ohne Tiere im Haushalt. Der AEG RX9 hat bei mir in einer WG ein Wohnzimmer, einen Flur, zwei Schlafzimmer und eine Küche zu reinigen. Insgesamt ist das eine Fläche von circa 70 – 75 m².

Eine Akkuladung reicht hierfür leider nicht. Sowohl im Normalen als auch im Eco-Modus muss der AEG einen Boxenstopp einlegen. Dieser dauert in der Regel 2-3 Stunden. In der Zeit wird der Roboter einmal komplett aufgeladen. Anschließend wird die Reinigung fortgesetzt. Für meine Wohnung benötigt der RX9 also um die vier Stunden in denen er relativ exakt 1 Stunde und 20 Minuten am Saugen ist. Im normalen Modus kann der AEG bei mir circa 50 Minuten und im Eco-Modus 70 Minuten reinigen. Unter der Woche ist mir der Boxenstopp zum Aufladen eigentlich relativ egal, da er auch mit Ladepause fertig ist bevor ich zuhause bin. Am Wochenende ist das Allerdings eher nervig, wenn der Roboter ein paar Stunden später wieder mit der Reinigung weiter machen will und man inzwischen daheim ist, Besuch hat oder ähnliches. Andere Hersteller schaffen hier eine deutlich längere Laufzeit.

In der Wohnungen hat der alle möglichen Arten von Untergründen zu reinigen. Fließen, Laminat, Parkett und auch zwei Mittel hohe Teppiche. Diese Gegebenheiten meistert der RX9 allerdings problemlos und er spielt hier sogar auch noch seine Stärke aus. Je nach Oberfläche reinigt er nämlich anders. Bei Teppichen wird zum Beispiel die Bürste gesenkt und die Saugleistung angehoben, damit der Teppich auch in der Tiefe gereinigt wird. Das gefällt mir sehr gut.

Den größten Vorzug bietet aber die AEG ClimbForceDrive™ Technik über welche der RX9 verfügt. Damit schafft es der Roboter auch über sehr hohe Kanten. Zwei solcher Kanten haben wir, zum einen von der Küche in den Flur mit circa 2,0 cm und vom Wohnzimmer in den Flur mit 2,3 cm. Beide Kanten schafft der RX9 seit zwei Wochen jedes Mal ohne Probleme. Der andere Saugroboter, welchen ich parallel teste, schafft die größere Kante gar nicht. Für mich ein K.O. Kriterium, da ich so nicht alle Räume am Stück saugen kann und den Roboter versetzen kann. Ein großer Vorzug des AEG.

Aber in den zwei Wochen hatte ich auch Probleme mit dem RX9. Zweimal hat der Staubsauger die Verbindung zum Wlan verloren und musste erst manuell einmal komplett neugestartet werden um die Verbindung wieder zu bekommen. Von unterwegs war der Roboter somit nicht erreichbar. Zusätzlich findet er auch nicht immer seine Ladestation wieder. Einmal kam ich Abends nach Hause und der Roboter stand komplett entleert einfach mitten im Wohn- oder Schlafzimmer. Das lag eventuell an der Positionierung der Ladestation. Seit dem ich diese verstellt habe, ist dies nicht mehr passiert. Hoffentlich bleibt es dabei.

Abschließend noch ein Hinweis zur Saugleistung. Was Staub und Krümel angeht ist der AEG RX9 1A. Bis ins letzte Eck wird hier alles mitgenommen. Kritisch wird es allerdings, sobald der Schmutz etwas größer wird. Vor allem an Weihnachten unter dem Tannenbaum konnte man das sehr gut beobachten. Tannennadeln und Papierschnipsel werden vom AEG Roboter nur teilweise aufgesaugt. Ein Teil bleibt hier einfach liegen, obwohl der RX9 über die Teile drüber gefahren ist.

Fazit zum AEG RX9

Wie ihr dem bisherigen Teil des Berichtes entnehmen könnt, ist meine Meinung zum AEG RX9 ein wenig gespalten. Er erfüllt meine Grundanforderungen: Er hat kein Problem mit den unterschiedlichen Fußbodenbelägen, er schafft als einziger die extrem hohe Kante zwischen Wohnzimmer und dem Flur, er lässt sich von unterwegs fernsteuern und er ist extrem simpel in der Handhabung. Allerdings kauft man sich einen solchen Luxus-Staubsaugerroboter nicht ausschließlich wegen der Grundanforderungen. Für den stolzen Preis von circa 1.100€ sind Grundanforderungen für den AEG aber nicht die Bemessungsgrundlage. Smarte Staubsaugerroboter anderer Marken gibt es teilweise für die Hälfte des Preises und hier kommen Features wie eine Reinigungskarte, Smart Home Integration und Benachrichtigungen bereits standardmäßig mit.

Für mich ist der RX9 aber dennoch seinen Preis wert, denn er ist als einziger in der Lage die komplette Wohnung autonom zu reinigen. Ein solcher Roboter muss eben die Anforderungen seiner Umgebung meistern und diese sind je nach Nutzer unterschiedlich. Smarte Funktionen und der Preis rutschen hier auf der Prioritäten-Liste schnell nach hinten.

Außerdem beteuert AEG auch auf der Website, dass man die Software des RX9 fortlaufend verbessert und mit neuen Features versieht. Würde mich sehr freuen, wenn AEG hier noch nachlegt. Verstecken braucht sich AEG vor Vorwerk, Neato, Roomba und Co. nicht.

Für eine alternative Meinung zum AEG RX9 mit einem größeren Fokus auf die Funktionalität als Staubsauger hier der Artikel von den Kollegen vom Blog ‘Akku und Roboterstaubsauger’.

AEG RX9

1.099 €
AEG RX9
7.7

Saugleistung

9.0 /10

App

6.0 /10

Funktion

7.0 /10

Design

9.5 /10

Preis

7.0 /10

Pros

  • Gute Saugleistung
  • Einfach Bedienbarkeit und Reinigung
  • Schickes Design
  • Hohe Zuverlässigkeit

Cons

  • Hoher Preis
  • Kaum smarten Features in der App
  • Gelegentliche WiFi Probleme
  • Kurze Akkulaufzeit

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2 Antworten

  1. sbobet sagt:

    Dank für diesen Artikel.Ich mag Deine Webseite!

  2. Debora Feli sagt:

    Hmmm. Klingt eigentlich zumindest mal nicht schlecht. Vor allem, dass der RX9 auch einen Modus für Teppiche hat und diese auch entsprechend reinigt.
    Gibt es von AEG irgendeine Aussage was neue Funktionen angeht?

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