Bose SoundTouch 10 – Kleine Multiroomspeaker im Test

Bose SoundTouch 10

178,99
Bose SoundTouch 10
7.7

Einrichtung

8/10

    Bedienung

    8/10

      Design

      9/10

        Musikdienste

        6/10

          Klang

          9/10

            Pros

            • Klangqualität für diese Größe hervorragend
            • Bedienung auch über Fernbedienung
            • schlichtes retro Design
            • Bluetooth und AUX In

            Cons

            • zu wenig unterstützte Musikdienste
            • Bedienung über die App teilweise hakelig
            • nur Bass über EQ Einstellbar
            • Stereopaar nicht möglich

            Musik ist etwas, was eigentlich jeder Mensch mag. Sei es Rock, Pop, Klassik oder Rap. Jeder hat seinen eigenen Geschmack, aber das ist auch gut so. Ein Frage stellt sich jedoch allen Liebhabern. Wie bekomme ich meine Musik einfach abgespielt? CD Spieler sind etwas aus dem letzten Jahrzehnt und Streaming ist von heute. Oft kriegt man diese Musik jedoch nicht laut abgespielt, außer natürlich über das Smartphone. Wer eine alte Musikanlage zu Hause hat, wird wahrscheinlich den Chromecast Audio schon kennen. Doch was ist, wenn ich keine alte Musikanlage zu Hause habe? Oder was ist, wenn ich eine kleine einfache Lösung haben möchte? Bluetooth-Speaker vielleicht? Ja, aber dort wird der komplette Ton vom Smartphone abgespielt.  

            Eine bessere Lösung bilden Multiroom-Speaker. Weltbekannt dafür ist natürlich Sonos, doch Bose bietet mit dem SoundTouch System eine ähnliche Lösung an. Und diese hat es in sich. In diesem Test schauen wir uns also einmal die kleinsten Lautsprecher der Reihe an, die SoundTouch 10, und durchleuchten diese Mal. Leider besitzt auch dieses System noch seine Schwächen, die den doch weitestgehend positiven Eindruck leicht zerstören. Was genau das ist, und wie mir diese Lautsprecher tatsächlich gefallen haben, lest ihr hier in dem Test.

            Der Lieferumfang

            Geliefert bekommt man alles, was man zur Benutzung des Systems braucht. Natürlich ist dort der SoundTouch 10 selber dabei. Dazu bekommt man noch ein entsprechendes 2-Poliges Kaltgerätekabel, die Fernbedienung und ein Micro-USB Kabel für Softwareupdates. Recht spartanisch, aber das ist es ja, warum man Multiroomsysteme kauft.

            Lieferumfang vom Bose SoundTouch 10

            Die Einrichtung des Systems

            Bevor man nun Musik hören kann, muss man diese Lautsprecher natürlich irgendwie mit dem WLAN und seinem Smartphone verbinden. Ansonsten wird es schwer das Gerät zu bedienen und Musik darüber abzuspielen. Also auspacken, App herunterladen und Stromkabel in den Strom. Idealerweise hat man an seinem bevorzugten Aufstellungsort eine starke WLAN Verbindung. Je besser, desto höher die Bitrate der Musik. Dies resultiert in einer besseren Qualität. Ehrlicherweise muss man sagen, dass die Qualität von CDs nicht erreicht werden kann. Liegt nicht primär an den SoundTouch 10, sondern an den Musikstreamingdiensten. Lediglich Juke und Tidal unterstützen Streaming in CD Qualität, wobei man dafür extra zahlen muss. Außerdem werden beide (noch) nicht von Bose unterstützt.

            Genug abgeschweift hier; es geht ja schließlich um die Einrichtung. Hat man die SoundTouch 10 erstmal an den Strom angeschlossen, muss man in die App wechseln. Diese heißt passenderweise SoundTouch. Einfach mal im Play Store, bzw. Apple App Store suchen. Bevor man die Lautsprecher hinzufügen und nutzen kann, muss man sich erstmal mit einem Account anmelden. Hat man keins, kann man sich direkt registrieren. Dabei will Bose alles von einem wissen. Klarname, Adresse, etc. Warum Bose? Ich will doch NUR MUSIK HÖREN. Nun gut. Muss man halt in den sauren Apfel beißen und sich anmelden.

            Hat man das getan, muss man natürlich noch den SounTouch 10 mit seinem WLAN und Account verbinden. Dies geschieht über eine WLAN Verbindung, die man zunächst direkt mit den SoundTouch 10 etabliert. Dann gibt man sein WLAN Passwort ein, sodass sich der Lausprecher selbstständig damit verbinden kann. Schlussendlich verbindet sich das Smartphone oder Tablet wieder mit dem eigenen Heim-WLAN. Leider hatte ich mit diesem „vollautomatisch“ ein kleines Problem. Lag allerdings nicht an den SoundTouch 10, sondern an meinem Smartphone und meinem WLAN Access Point. Diese wollten irgendwie nicht so richtig. Das ist aber in der Regel kein Problem, da man sich auch manuell mit dem WLAN des SoundTouch 10 und auch seinem Heimnetz verbinden kann.

            Nun verbindet man sich am besten noch mit seinem Musikstreamingdienste. Ansonsten kann man nur auf das Internetradio zugreifen. Zu den Musikabspielmöglichkeiten komme ich etwas später. Danach kann man tatsächlich auch seine Musik abspielen und sich daran freuen. Wer will, kann noch ein bisschen an den Basseinstellungen drehen, aber das ist Geschmackssache.

            Alles in allem ist die Einrichtung des Gerätes sehr einfach gewesen. Die Probleme bei mir sind minimal gewesen und lagen an meiner sonstigen Hardware. Mit dem iPad oder dem Honor 4X z.B. ging alles ohne Probleme, sodass ich hier keinen Minuspunkt dem Bose SoundTouch 10 ankreide. Wer allerdings die gleichen Probleme bekommt, wie ich, sollte sich vielleicht ein anderes Gerät zum Einrichten suchen. Meistens liegt es daran :D.

            Musikangebote

            Wichtig bei so einem System ist natürlich auch die Auswahl der Musikangebote. Mehr ist hier in diesem Fall auch wirklich mehr. Allerdings darf dieses Mehr auch nicht auf Kosten der großen Anbieter gehen (z.B. viele Anbieter, aber Spotify fehlt) und die Stabilität aller Dienste muss natürlich auch gewährleistet sein. Dass das nicht so einfach ist, zeigt ab und an Sonos, wo in unregelmäßigen Abständen mal der eine oder andere Dienst ausfallen kann.  Ob das nun die Schuld von Sonos ist oder nicht, spielt meiner Meinung nach hier erst mal eine untergeordnete Rolle, da es ja letztendlich darum geht, dass man seine Musik auch hören möchte. Kommt zwar wirklich selten vor, aber wenn es vorkommt, ist es natürlich eher kontraproduktiv.

            Die unterstützten Musikdienste von Bose

            Welche Musikdienste bietet mir also Bose hier? Nun, Spotify und Deezer sind natürlich mit von der Partie und laufen auch, gute Internetverbindung vorausgesetzt, stabil. Daneben gibt es noch einen nicht näher definierten Anbieter von Internetradiostreams. Dort sind natürlich die wichtigsten nationalen und internationalen Sender vertreten, wobei man bei den deutschen Privatsendern leider Werbung vor dem Abspielen in Kauf nehmen muss. Gleiches gilt ja auch für TuneIN, Radio.de oder den Webstream der Seite selbst. Ist also hier nicht spezifisch ein Problem von Bose, sondern eins der Sender.

            Darüber hinaus findet man auf dem Bose SoundTouch System Pandora, iHeartRadio und Sirius XM. Alles Anbieter, die in Deutschland eher unwichtig sind, im internationalen Kontext aber schon für einige wichtig sein könnten.

            Eine Sonderrolle nimmt im Moment noch Amazon Music ein. Man kann sich zwar anmelden, aber es kommt immer wieder der Hinweis, dass der DIenst für „deine Region“ noch nicht freigeschaltet ist. Bis jetzt funktioniert dieser somit nur in den USA. Ob und wann Amazon Music auch in Deutschland funktioniert, kann ich schlecht sagen. Vielleicht funktioniert es jetzt schon; prüfen kann ich dies nun nicht mehr.

            Das Fehlen der Musikanbieter kann über das Bose System allerdings relativ unkompliziert umgangen werden. So bietet jeder Lautsprecher des Systems eine Bluetoothschnittstelle, sodass man den Ton von Smartphone, Tablet, Laptop oder Fernseher direkt auf die Lautsprecher übertragen kann. Wem das nicht reicht, der bekommt sogar einen AUX-Eingang, über den externe Abspielgeräte mühelos angeschlossen werden können. Dies widerspricht zwar ein wenig dem „Multiroomkonzept“, aber was man hat, das hat man.

            Rückseite vom Bose SoundTouch 10 mit Stromanschluss, AUX und Serviceport

            Nicht zu Vergessen ist natürlich auch die Option seine lokale Musik vom PC über das Netzwerk an das SoundTouch-System zu streamen. Dazu benötigt man nur das passende Programm von Bose, welches kostenlos im Internet zur Verfügung steht. NAS/Streamingserver können somit auch hinzugefügt werden. Wie das klappt konnte ich leider nicht testen, sodass ich nicht sagen kann, wie Stabil die Verbindung ist und wie einfach dessen Einrichtung.

            Alles in allem kann man schon sagen, dass das Bose SoundTouch-System viele Möglichkeiten bietet seine Lieblingsmusik abzuspielen. Wichtig ist dabei dennoch, dass man in Sachen Streaminganbietern dringend aufholen muss. Mit Spotify und Deezer sind die wichtigsten schon dabei, aber Juke, Tidal oder Apple Music sind für viele Leute deren Musikstreamingdienst der Wahl und das fehlt leider. Ob und wann diese erscheinen, steht noch in den Sternen. Hoffen tue ich auf „bald“, aber wer weiß das schon außer Bose. Wer trotzdem Bose will und in dieses System von Multiroomspeaker sein Geld stecken möchte, kann übergangsweise Bluetooth und AUX-In nutzen, optimal ist aber was anderes.

            Die Bedienung

            Wie die meisten anderen Multiroomsysteme auch, setzt Bose hier primär auf eine Steuerung über die App. Diese ist leider sehr spartanisch und nicht immer gut durchdacht. Wenn man z.B. neue Musik heraussuchen möchte, so ist es schwierig diese zu finden. Die Implementation der Spotify Funktion ist leicht hakelig. Hat man aber schon seine Musik in Playlisten, so ist die Bedienung wirklich einfach. Man klickt auf die Playlist und los geht es.

            Oberseite vom SoundTouch 10 mit praktischen Bedienknöpfen

            Die Besonderheit bei Bose ist, dass man auch eine Fernbedienung, sowie Bedientasten auf der Oberseite anbietet. Auf bis zu 6 Tasten pro Gerät kann man seine Playlisten, Radiosender, etc. ablegen und mit einem Knopfdruck geht es los. Auch Vor- und Zurückspulen sind so kein Problem mehr. Einfach den entsprechenden Knopf auf der Fernbedienung drücken und Musik läuft. Somit bietet man hier auch eine Lösung an, die nicht unbedingt auf das Smartphone angewiesen ist.

            Bose SoundTouch 10 mit Fernbedienung

            Anders als Sonos hat Bose von vorneherein die Möglichkeit gehabt über Spotify Connect benutzt zu werden. Da die Spotify App um einiges besser ist als die von Bose, habe ich den Lautsprecher primär darüber bedient. Ist wesentlich einfacher und man findet schneller, was man will. Die Radiostationen müssen aber nichts desto trotz über die Bose App bedient werden.

            Der Klang

            Kommen wir zu einem etwas schwierigeren Thema, dem Klang. Warum schwierig? Jeder hat da seine Vorlieben und empfindet etwas anderes als gut. Ich kann nur sagen, dass mich der Klang ein wenig umgehauen hat. Für diese Größe kommt da so eine Wucht raus. Man fragt sich echt, wie die Leute es von Bose geschafft haben.

            Die Lautsprechereinstellungen von Bose

            Was man so zu dem Klang sonst noch sagen kann? Ich fand, dass der Lautsprecher ein sehr ausgewogenes Klangbild hat. Bass war da, aber nicht soviel, dass es schon weh tut. Ich hatte das Gefühl, dass der Klang sehr sauber aus dem Lautsprecher gekommen ist, allerdings mag für den einen hier und da etwas „rundes“ fehlen. Problematisch für den Lautsprecher sind nur die höheren Lautstärken. Da fängt er an zu kratzen und zu schreien. Aber gut, bei den Lautstärken hatte ich das Gefühl, dass meine Fenster rausfliegen. Außerdem kauft man sich nicht so einen kleinen Lautsprecher um eine große Party zu befeuern. Von daher tut er, was er soll.

            Wer wirklich plant sich den Bose SoundTouch 10 zu kaufen, der sollte zunächst in ein Elektroladen seines Vertrauens und ihn auf Herz und Nieren testen. Denn Klang ist sehr subjektiv. Einem reicht der Bass, dem anderen ist es viel zu wenig. Ich konnte hier nur beschreiben, wie ich es empfunden habe und mir gefiel es.

            Fazit

            Im großen und ganzen gefiel mir der SoundTouch 10 sehr. Ausgesprochen guter Klang, schickes Design und auch der Preis stimmt. Darüber hinaus besitzt das Gerät noch Bluetooth und einen AUX In. Beides ist in der Preisklasse für Multiroomlautsprecher nicht standard. Gefällt mir.

            Problematisch an dem Lautsprecher fand ich, dass ich das Gefühl hatte ein unfertiges Produkt zu haben. Das liegt weniger an der Hardware als an der Software. Im Vergleich zu Sonos hat man noch viel aufzuholen. Musikstreamingdienste fehlen und auch die Bedienung ist nicht 2016. Eigentlich schade, denn das trübt meinen Gesamteindruck ein wenig.

            Bei Bose bin ich aber sehr zuversichtlich, dass in Zukunft daran gearbeitet wird. Schließlich ist man einer der wichtigsten Marken im Bereich Audio weltweit. Vielleicht kommen ja 2017 noch Verbesserungen. Ich hoffe es für Bose, da man dann ein System hat, welches locker mit Sonos konkurrieren kann. Was den Klang betrifft, muss jeder selber sehen, ob es ihm gefällt oder nicht. Mir gefiel es, aber das ist ja auch nur eine von vielen Meinungen 😀 .

            Hinweis: Dieser Lautsprecher wurde mir freundlicherweise von Bose für den Testzeitraum zur Verfügung gestellt. Trotzdem ist alles, was hier steht, meine Meinung. Weder hat jemand von Bose den Test bezahlt, noch hat Bose diesen Test vor Veröffentlichung gegengelesen. Wenn jemand mehr über diesen Lautsprecher wissen möchte, geht am besten auf die Seite von Bose.

            Das könnte Dich auch interessieren...