Google Home Mini vs. Echot Dot

Seit einem Jahr habe ich zwei Echo Dots bei mir in der Wohnung stehen und vor 3 Monaten ist ein Google Home Mini dazugekommen. Google war so freundlich ihn mir zu leihen. Ich möchte hier einen Vergleich ziehen. Wichtig bei dieser Gerätekategorie ist für mich zum einen das Aussehen, immerhin stehen die Lautsprecher in der Wohnung rum und sollen nicht alles versauen, und zum anderen die Funktionalität.

Die Ästhetik ist durchaus ein wichtiger Teil und da finde ich persönlich den Home Mini mit der Stoffoberfläche wesentlich ansprechender. Die Echos sind kein Grund sich die Augen auszukratzen, sie fallen aber meiner Meinung nach wesentlich mehr im Raum auf. Vor allem die großen Echos der ersten Generation oder der neue Echo mit dem integrierten Hub. Den Echo der zweiten Generation mit der Stoffoberfläche finde ich auch SEHR hübsch.

Was man bei den Stoffoberflächen bedenken muss ist, dass es in der Küche zu ganz fiesen Verschmutzungen kommen kann. Während man beim Echo der zweiten Generation die Hüllen tauschen kann, ist man beim Home Mini aufgeschmissen. Einmal verdreckt, immer verdreckt. Meinen Echo Dot kann man hingegen mit einem feuchten Tuch abwischen. Ich denke aber auch, dass bei genug Abstand zum Herd oder wenn das Gerät oben auf dem Regal steht, es auch nicht sooo kritisch ist. Mein Home Mini Testgerät steht jetzt seit 4 Wochen in der Küche und ist noch nicht komplett eingedreckt.

Spracherkennung und Suchergebnisse

Mein größtes Problem mit Alexa ist die Spracherkennung, die ist einfach nicht immer auf den Punkt. Vor allem wenn man den Smart Home Gruppen eigene Namen gibt, dann strauchelt Alexa bei mir sehr. Gut, vielleicht ist “Hans” als Gruppenname nicht besonders gut, aber bei den ganzen verschiedenen Smart Home Geräten im Wohnzimmer muss man irgendwann kreativ werden. Der Chromecast heißt Wohnzimmer, der Chromecast Audio heißt Anlage Wohnzimmer, die Lampen heißen Wohnzimmer und die Deckenlampe, die erst später dazukam, brauchte ja schließlich auch einen Namen.

Mein Google Home Mini hat diese Spracherkennungsprobleme nicht. Egal ob ich ihn frage wie alt ein Promi ist oder ob ich ihn bitte Lampen an und auszumachen. In der Regel erkennt er mich. Manchmal gibt es ein paar Probleme, weil ich Dinge anders formuliere als er das gerne hätte. Ich spreche Alexa mit meinem Google Assistent. Das mag er nicht.

Insgesamt ist es einfach sehr geil, dass man Google Homes einfach Dinge fragen kann und er die ersten Suchergebnisse präsentiert. Sowohl Alexa als auch Siri schwächeln in diesem Bereich extrem. Hier merkt man einfach, dass Google als eine Suchmaschine gestartet ist. Im Bereich der Trivia-Fragen ist der Home Mini dem Echo Dot stets überlegen. Ich ärgere mich regelmäßig, wenn ich von Alexa wieder keine Antwort auf eine simple Wissensfrage bekomme, die mir der Home Mini im Nachbarraum beantworten kann.

WIFI Verbindung

Mein WLAN in der Wohnung ist ein Problem. In den Zimmern am weitesten vom Router entfernt habe ich gar keinen bis schlechten WLAN-Empfang. Sowohl mein Home Mini als auch der Echo Dot straucheln hier immer mal wieder und haben keine Verbindung. Ich würde sagen, dass beide ungefähr auf einem Niveau sind was die WLAN Empfangsbereitschaft angeht. Da ich die Probleme auch mit meinen anderen Geräten habe, Tablets, Smartphones etc., kann man dafür keinen der beiden einen Vorwurf machen.

Sound des Home Mini

Erwartet keine Wunder. Die Box des Home Mini ist nicht groß und man bekommt genau das was sie liefern kann. Stellt euch eine kleine BT Boom Box vor. Der Sound ist nicht schlecht, aber auch lange nicht auf der Höhe einer Bose Soundlink, die eine ähnliche Größe hat. Für meinen Geschmack klingt der Home Mini aber besser als der Echo Dot.

Funktionsumfang – Integration anderer Systeme

Eigentlich könnte die Welt sehr schön sein. Alles was ich bisher berichtet habe, hat mich in den ersten Tagen zu 100% vom Home Mini überzeugt. Eine Sache hat mich dann aber doch wieder in Alexas Arme getrieben. Ich finde einfach mehr Geräte, die mit Alexa spielen. Google ist zwar mit einem sehr starken Assistenten angetreten, aber je exotischer die Wünsche werden, desto öfter gibt es nur Alternativen mit Alexa-Anbindung. In einer idealen Welt könnten alle Geräte HomeKit, Alexa und Google Assistent, so wie die Thermostate von tado°, leider ist das aber nicht so.

Ein gutes Beispiel für die Fähigkeiten eines Echos sind die TRÅDFRI Lampen von Ikea. Diese kann man mit wenig Mühe als Hue Lampen ausgeben. Man braucht dann keinen extra Ikea-Hub mehr, sondern benutzt den Hue Hub. Ist zugegebener Maßen ein wenig gebastel und ein edge case, aber TRÅDFRI Lampen sind wesentlich billiger als die von Hue und für alle Geräte ein extra hub muss nicht sein.  ¯\_(ツ)_/¯ Mit meinem Echo Dot kann ich die 5 TRÅDFRIs in meiner Wohnzimmerdeckenleuchte ansteuern, mit meinem Google Home nicht. Woran liegt das? Google hat sich dazu entschlossen Hue ausschließlich über deren Web API einzubinden und nicht den lokalen Hub anzusteuern. Alexa spielt wohl auch mit dem Hub zusammen. Da die TRÅDFRI von Hue als Fremdlampen erkannt werden, werden diese zwar ansteuerbar gemacht, aber eben nicht über die API.

Spielt das für normale Menschen eine Rolle? Wahrscheinlich nicht! Sollte man das als Nerd wissen? Unbedingt!

Was der Nerd auch noch wissen muss:

Ein Google Home (Mini) funktioniert nur mit normalen Google Accounts. Kunden wie ich, die einen Google Apps / Business Account haben, die gucken in die Röhre. Das nervt mich auch extrem. Auch kann man im Moment nur einen Account verknüpfen, was bei nicht-Singles wirklich unpraktisch ist. Aber auch Menschen mit einem Geschäfts- und einem Privatkonto gucken hier in die Röhre.

Fazit

Was ist denn jetzt besser?

Nun ja, das kommt wie immer auf das Einsatzszenario an. Wenn man mit seinem intelligenten Lautsprecher sprechen möchte, ihm Fragen stellen und beantworten lassen möchte, dann empfehle ich ganz klar einen Google Home (Mini).

Wenn man aber im Smart Home mehr Möglichkeiten haben möchte, dann wird es wohl eher ein Echo. Der Echo (Dot) hat im Moment einfach noch mehr Dienste integriert und man kann besser basteln.

Klingen tun beide nur so lala, ich empfinde den Home Mini aber als besser klingend. Der Home Mini hat aber keinen Klinkenanschluss, weshalb er am Ende eingeschränkter im Sound-Bereich ist. Kalender, Timer und diese ganzen einfachen Geschichten haben beide gleich gut drauf.

Echo DotPersönlich werde ich erstmal im Echo-Universum bleiben. Auch wenn ich mich über Alexas Antworten ärgere, ich brauche die Smart Home Funktionen einfach mehr.

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Jens Kessler

Ich bin ein Technikenthusiast und ein Liebhaber von schönen Dingen. Als angehender Lehrer interessieren mich nicht nur die pure Technik, die nackten Zahlen und das schärfere Display, sondern auch die gesellschaftlichen Implikationen. Wie verändert Technik unser Leben und das Leben der zukünftigen Generationen? Welche Einsatzmöglichkeiten bieten sich in der Bildung? Wie wird Technik gesellschaftlich aufgenommen?

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