Huawei Nova 2: Kompakte Mittelklasse im Test

Huawei Nova 2

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Huawei Nova 2
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Design

10/10

    Display

    8/10

      Hardware

      8/10

        Software

        8/10

          Akku

          8/10

            Pros

            • Verarbeitung und Design
            • Dual Kamera
            • Handlich

            Cons

            • Fehlendes NFC

            Nach langer Zeit hatte ich mal wieder ein Testgerät und diesmal stellte uns freundlicherweise Huawei das Nova 2 zur Verfügung. Und wie immer seit dem Huawei Ascend P7 überzeugte mich das Smartphone auf (fast) ganzer Linie. Es ist eine gelungene Kombination aus hochwertiger Verarbeitung, ausrechender Leistung und günstigem Preis. Wie sagt man so schön? Die Mischung machts!

            Design

            Doch kommen wir zur äußeren Verarbeitung des Huawei Nova 2. Und hier werden jetzt sicher die Stimmen laut: Das ist ein iPhone Klon! Und das muss ich bestätigen, nahezu jeder meiner Freunde dachte, ich würde ein iPhone in der Hand halten. Doch von meiner Seite aus gibt es da nichts zu beklagen. Es ist eben ein Aluminium Unibody Design. Dazu kommen die Plastikstreifen, die man vom iPhone 7 kennt. Doch in einem Punkt überzeugte mich das Design des Nova 2 auf ganzer Linie: Während auf der flachen Rückseite das übliche, nicht gerade rutschfeste Aluminium verarbeitet wurde, so ist die Oberfläche an der Seite glänzend. Das hat den Vorteil, dass das Smartphone so nicht nur unglaublich gut aussieht, sondern auch rutschfest in der Hand liegt. Übrigens besteht das Nova 2 trotzdem immer noch aus einem Block, der Übergang von matt zu glänzend ist also fließend. Ebenfalls haben mir die einen ticken rundlichere Ecken als üblich gefallen.

            Die Vorderseite besteht wie derzeit fast immer aus dem Bildschirm der Hörmuschel plus die verschiedenen Sensoren und die Frontkamera. Kapazitive oder Mechanische Tasten fehlen. Die Lautstärkewippe sowie der Button zum Ein- und Ausschalten befinden sich auf der rechten Seite und besitzen beide einen sehr guten Druckpunkt. Auf der unteren Seite ist ein USB Typ-C Anschluss verbaut und auf der Rückseite befindet sich ein Fingerabdrucksensor und die Dual Kamera. Hier muss ich leider sagen, dass sich der Fingerabdrucksensor nur schwer ertasten lässt, da er nicht gerade tief liegt und so leicht „übersehen“ werden kann.

            Insgesamt wirkt das Huawei Nova 2, das übrigens etwas schwerer ist, als es aussieht, sehr wertig und gut verarbeitet.

            Leistung

            Die einzelnen Komponenten sind wertig, man muss jedoch kleinere Abstiche bei der Leistung machen. So ist im Nova 2 Huaweis eigener Octa-core Prozessor Kirin 659 verbaut, dem 4 GB Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Obwohl ich dachte, dass der Prozessor völlig ausreichen sollte, kam es doch immer wieder zu Rucklern beim Wechsel von Apps oder wenn viele Apps geöffnet waren. Dies war jedoch bei weitem nicht so schlimm wie sich das jetzt eventuell anhört.

            Das Display ist 5 Zoll groß und besitzt eine Auflösung von FullHD mit 1080 x 1920 Pixeln. Bis auf dass die Schwarzwerte etwas besser sein könnten, gibt es hier absolut nichts auszusetzen. Ich denke aber, dass wir mittlerweile an einem Punkt angekommen sind, wo wirklich schlechte Displays nur noch in den tiefsten Tiefen der Unterklasse anzutreffen sind. Das Nova 2 hingegen braucht sich in der Mittelklasse nicht zu verstecken. Übrigens finde ich es wie auch schon beim Nova der ersten Generation lobenswert, dass Huawei auf ein mit 5 Zoll relativ kleines Display setzt. Auch wenn der Trend mit den 18:9 Displays gerade definitv Richtung größere Displays geht, so denke ich doch, dass sich viele Käufer aufgrund des kleineren Displays für das Nova 2 entscheiden könnten.

            Genauso wenig verstecken braucht sich das Smartphone auch mit seinen Kameras. Ebenfalls dem Trend entsprechend verbaut Huawei hier eine Dual Kamera mit 12 und 8 Megapixeln. Die zweite Kamera ist nicht nur einfach dafür da, das Bild zu verbessern und Bokeh Effekte zu erzeugen, sondern besitzt auch eine größere Brennweite, wodurch das Motiv näher rangeholt werden kann. Die Bilder sind so, wie man sie mittlerweile von vielen Smartphones erwartet: Super Bilder bei Tageslicht und guter Beleuchtung, schwächelt bei Low light Verhältnisse. Wobei ich sagen muss, dass sich manche Bilder mit schlechter oder nur teilweiser Beleuchtung ganz gut machen. Hier leistet auch der HDR Modus einen großen Teil der Arbeit. Es ist halt so, dass man die Kamera nicht unbedingt mit der des Pixel 2 oder iPhone X vergleichen sollte, doch für den Instagram Nutzer werden sämtliche Wünsche erfüllt. Nebenbei sehe ich die Weitwinkel Kamera mit Zoom Funktion nicht gerade als Verkaufsargument, da ich sie wirklich nur selten genutzt habe. Interessanter finde hier den Bokeh Effekt. Diesen kann auch die Frontkamera mit nur einer Kamera erzeugen. Die Frontkamera löst sogar mit satten 20 Megapixeln auf und macht sehr gute Fotos, wie man sie sonst nur von der Primären Kamera erwarten würde.

            Zuletzt der Akku. Dieser ist mit einer Größe von 2950 mAh nicht gerade groß bemessen, aber überaschenderweise kommt man mit dem Huawei Nova 2 doch recht gut über den Tag. Sicherlich sieht das Nutzungsszenarion von jedem etwas anders aus, doch zumindest ich schaffte es mit einer Screen-on-time von ca. 3 Stunden immer gut über den Tag. Vor dem Schlafengehen war dann aber auch wirklich Schluss und das Handy musste an die Steckdose. Bleiben wir also dabei, dass das Nova 2 sicherlich kein Akku Wunder ist, man aber gut über den Tag kommt und sich an dem dünnen Gehäuse mit 6,9 mm Dicke erfreuen kann.

            Ansonsten bietet das Smartphone alle möglichen gewünschten Anschlüsse/Funktechniken usw. (USB Typ-C , juhu), außer einem: NFC. Ich war wirklich baff, als ich mich mit der NFC Funktion des Personalausweises online (ja das geht tatsächlich) und der entsprechenden App auf dem Smartphone ausweisen wollte, dies aber nicht möglich war. Hierfür muss man den NFC-Chip im Perso mit dem Smartphone abscannen und seine PIN eingeben. Doch der NFC Gegenpart auf dem Smartphone fehlte leider, weshalb ich lehr ausging. Ich weiß nicht, weshalb Huawei gerade in Zeiten von hoffentlichen stärker aufkommenden mobilen, bargeldlosen Zahlungen beim NFC-Chip gespart hat.

            Software

            Bezüglich der Software beim Huawei Nova 2 lässt sich wirklich nicht mehr viel sagen. Huaweis Oberfläche EMUI veränderte sich seit dem P7 immer ein bisschen und generell kann man sagen, dass sich nach wie vor mit dem Launcher und den Ordnern auf dem Homescreen an iOS orientieren, jedoch in den vorinstallierten Apps eine eigene Designsprache verfolgen. Statt der Oberfläche ohne App Drawer wo sämtliche Apps auf der Homescreen abgelegt werden gibt es nun übrigens auch die Möglichkeit, auch einen App Drawer zu verwenden. Ansonsten gibt es nach wie vor die etwas unübersichtlichen Tools zum Managen der Benachrichtigungen und Akku Optimierungen, aber insgesamt bin ich mit der Oberfläche sehr zufrieden und nutze sie auch in meinem Honor 8 täglich.

            Fazit

            Für wen ist nun das Huawei Nova 2 gedacht? Generell empfehle ich immer gerne sämtliche Smartphones aus dem Sortiment von Huwei und Honor, da sie wie eingangs erwähnt immer ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis besitzen und meist hervorragend verarbeitet sind. Daher kann ich also auch beim Nova 2 sagen, dass sich das Smartphone für alle eignet, die nicht unbedingt 800 € (oder gar 1149 €) für ein Smartphone ausgeben möchten. Da es viele gute Smartphones in der Mittelklasse mit ausreichend Leistung und guten (Dual) Kameras gibt, punktet das Nova 2 meiner Meinung nach vor allem mit dem Design und der Displaygröße. Käufer, die eventuell ein etwas technischeres Interesse besitzen, sollten sich jedoch genau überlegen, ob sie den fehlenden NFC-Chip verkraften können.

            Das Huawei Nova 2 ist in den Farben Schwarz, Gold und Blau für 335,- € bei Amazon erhältlich.

            Leon

            Leon

            Redakteur bei thedroidgeeks.de
            Schon seit längerer Zeit verfolge ich Nachrichten rund um die Welt der Smartphones. Jedoch interessiere ich mich auch für alle anderen technischen Neuheiten. Ich spiele gerne Tennis, liebe Serien und studiere Wirtschaftsinformatik.
            Leon

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