Nubia Z11 Test – top Smartphone ohne Rand?

Nubia Z11 Test – top Smartphone ohne Rand?

7.9

Design

9/10

    Display

    10/10

      Hardware

      10/10

        Software

        4/10

          Akku

          7/10

            Pros

            • Innovativ
            • viele Standards (USB C, Quickcharge) werden unterstützt
            • Design
            • super Kamera

            Cons

            • Software an entscheidenden Stellen schlecht
            • Verarbeitung
            • Preis
            Johannes

            Johannes

            Aktuell bin ich Student der technischen Kybernetik. Ich finde alle Technik toll, besonders wenn sie was mit humanoiden Robotern zu tun hat. Besonders interessiert bin ich an Smartwatches. Wenn ich nicht gerade blogge oder studiere bin ich häufig auch am programmieren - natürlich nur für Android!
            Johannes

            Gut eine Woche konnte ich das Nubia Z11 nun testen. Das war zwar leider recht kurz, dennoch habe ich einiges an Erfahrungen und Eindrücken rund um das Smartphone gesammelt.

            Design/Haptik

            Das Design vom Nubia Z11 macht mich ehrlich gesagt schon ziemlich an. Wenig abgerundet in den Ecken und dann noch die roten Elemente. Rot ist der Rahmen um die Kamera und die Softbuttons unterhalb des Displays. Auch das Aluminium schaut echt gut aus. Leider ist die Verarbeitung meiner Meinung nach nicht sonderlich herausragend. Die Kanten bilden keine Einheit, das 2,5D Glas hat eine andere Krümmung als der Alurahmen. Das fühlt man, kann man aber auch bei genauem hinsehen erkennen. Da die Gehäuserückseite fast komplett aus Metall besteht (leider kein Unibody), werden die Antennenstreifen für den besseren Empfang benötigt. Diese sind aber nicht, wie von anderen Smartphones gewohnt, eben mit dem Rest, sondern sind ca. 1 mm weiter innen. So bildet sich ein kleiner Spalt, in dem sich bestimmt mit der Zeit Fusseln und Dreck ansammeln werden.

            Vom mitgelieferten Zubehör bin ich allerdings recht angetan. Von den sehr schick designten Kopfhörern bis Ladekabel ist alles dabei was man benötigt, zusätzlich bekommt man noch einen Micro USB zu USB-C Adapter. Dieser kann einfach ins Münzfach des Geldbeutels gelegt werden, wenn man das Handy dann bei Kumpels ohne entsprechendes Kabel laden will, kann man das dann trotzdem tun. Ich selbst habe so einen Adapter bereits seit einigen Monaten immer dabei.

            Der Mono-Lautsprecher ist schlecht. Nicht schlechter als bei vielen andere Smartphones, aber in der Preiskategorie hätte man vielleicht doch etwas hochwertigeres verbauen können.

            Display

            Das Display ist eines der besonderheiten dieses Smartphones. Es hat nämlich nach rechts und links kaum bis keinen Rand. Das Display hört also genau da auf, wo auch das Smartphone aufhört. Somit ist das Smartphone trotz der Displayröße von 5,5 Zoll relativ klein. Durch das abgerundete Glas an den Seiten entsteht fast eine Art Kante, wie man es bei den Galaxy Edge Modellen kennt. Allerdings nur fast. Denn die Krümmung wirkt wie eine Lupe und vergrößert die Pixel, die darunter liegen. Diese Kante kann sogar für Shortcuts verwendet werden, dazu aber unter dem Punkt Software mehr.

            Ansonsten sind die Farben des 5,5 Zoll großen IPS Displays ähnlich knackig wie bei AMOLED Displays. Und hell und scharf und und einfach super. Sogar bei direktem Sonnenschein, sind die Inhalte total gut lesbar. Vom Display bin ich wirklich angetan. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass es eines der besten ist, die ich bei einem Smartphone bis jetzt gesehen habe.

            Software

            Leute, da baut ihr so ein gutes Handy, verlangt den relativ gerechtfertigten Preis von 500€ und dann haut ihr da einen Abklatsch von einer schlechten Software drauf? Ich kenne so viele Leute die EMUI von Huawei und Honor hassen und ich kann sie tatsächlich verstehen. Die haben das jetzt mit EMUI 5 in den Griff bekommen. Nun baut Nubia aber einfach die alte (schlechte) Version nach, aber warum? Ich verstehe es nicht. Aber wollen wir erstmal zum positiven kommen. Es gibt tatsächlich einige ganz nützliche Features. Scrollshots, viele verschiedene Kameraeinstellungen (wie man sie auch bei EMUI kennt 😉 ) und die schon oben angesprochenen Kanten-Shortcuts. Durch ein Wischen an der Kante können verschiedene Apps gestartet werden, ein paralleles Wischen an beiden Kanten lässt einen die Helligkeit steuern. Die Gesten habe ich dennoch relativ schnell deaktiviert weil ich sie nicht benutzt habe. Außerdem betätigt man diese Shortcuts dann doch des öfteren durchs einfache halten. Nach der Deaktivierung hatte ich dann aber keine Probleme mehr mit unabsichtlichen Interaktionen an den Kanten.

            Das Kopieren von Text ist irgendwie seltsam. Für eine Person, die fast ausschließlich mit dem Handy arbeitet, ist das ganz schön nervtötend. Ständig wird der falsche Text markiert. Außerdem könnt ihr ausschließlich die aktuelle Lautstärke regeln. Heißt in Spotify, Netflix und co regelt ihr die Medienlautstärke, ansonsten die Klingeltonlautstärke. Ihr habt keine Möglichkeit, alle Lautstärken zeitgleich zu ändern. In der Uni übrigens tatsächlich sehr unpraktisch. Irgendwie hab ich auch den Sound bei der Bootanimation nicht deaktiviert bekommen.

            Benachrichtigungen lassen sich nicht auseinander ziehen. Die erweiterte Ansicht wird geöffnet, in dem man auf das Bild klickt. Das ist jetzt weder positiv noch negativ, sondern ich denke einfach eine Umgewöhnung.

            Die Softbuttons lassen sich nur begrenzt individualisieren. Man kann zwar einstellen auf welcher Seite der Zurück-Knopf liegt, aber der Menü-Knopf bleibt einfach Menü-Knopf. Und Android unterstützt schon seit einigen Jahren offiziell keinen Menüknopf mehr. Lieber hätte ich einen Knopf der die Übersicht der letzten Anwendungen öffnet. Diese Ansicht erreicht man durch langes drücken der Zurück-Taste.

            Wie auch bei EMUI habt ihr beim Standardlauncher keinen Appdrawer. Das heißt also alle Apps liegen auf eurem „Homescreen“. Finde ich etwas nervig, lässt sich aber zum Glück mit Hilfe von anderen Launchern beheben. Wäre da nicht das Problem, dass der Google Now Launcher nur 3 Apps erkennt. Somit musste ich auf den Nova Launcher ausweichen.

            Ansonsten läuft das Smartphone außerordentlich flüssig. Man hat Spaß daran, dass Handy zu benutzen, keine Ruckler und Apps öffnen rasend schnell. So muss das sein!

            Akku

            Der Gesamteindruck vom Akku war ganz in Ordnung. Ich kam immer über den Tag, abends musste das Handy aber an die Steckdose. Zum Glück hat Nubia sich beim Z11 für Qualcomm Quickcharge 3.0 entschieden. So ist euer Smartphone dann in einigen Minuten wieder bereit für die Nacht. Cool das sich hier an Standards gehalten wird. Leider kann ich euch keine Screen On Time sagen, diese lässt sich irgendwie nicht herausfinden bei der Nubia Software. Wäre bestimmt interessant gewesen.

            Kamera

            Von der Kamera bin ich begeistert. Sie löst blitzschnell aus und macht eigentlich immer scharfe Bilder. Die Farben werden allerdings manchmal etwas falsch. Außerdem finde ich, dass das Handy die Bilder nachts zu krass softwareseitig reguliert. Die Bilder werden dadurch zwar hell, erscheinen aber teilweise etwas unnatürlich.

            Selfies werden gemacht, wenn ihr in die Kamera grinst. War zu Beginn etwas verwirrend, hat dann aber super funktioniert. Aber bildet euch doch euren eigenen Eindruck:

            Noch mehr Bilder, die ich mit dem Nubia Z11 geschossen habe, findet ihr hier.

            Auch die Videokamera ist super. Hier merkt man deutlich, dass ein optischer Bildstabilisator verbaut ist. Liefert super stabile Ergebnisse.

            Fazit

            Hardware Hui, Software Pfui. Verarbeitung verbesserungswürdig.

            Ich denke Nubia liefert mit dem Z11 zwar ein sehr solides Flaggschiff Smartphone ab, die Zielgruppe wird aber durch die oben genannten Mängel, vor allem softwareseitig, recht klein. Allerdings könnt ihr hier vielleicht durch CustomRoms einiges bewerkstelligen. An Stelle des Ottonormal-Verbrauchers würde ich aber einen geplanten Kauf gut überlegen, denn 500€ sind eben schon eine Menge Geld. Die Marke hat für die Zukunft aber viel Potential und ich denke wir können gespannt sein, was uns hier dieses Jahr noch erwartet. Die anderen Smartphones der Z11 Reihe konnten wir zwar bisher noch nicht testen, allerdings könnte ich mir vorstellen, dass Nubia in niederpreisigeren Bereichen mehr reißen kann.

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