Sonos Play:1 – Kleines Basswunder im Test

Vor kurzem hatten wir ja hier schon den Bose SoundTouch 10 im Test. Super Gerät, keine Frage. Doch bei mir stellte sich so ein bisschen die Frage, wie es mit dem Marktführer ausschaut. Hier ist nun also der Test vom kleinsten Lautsprecher des Marktführers, dem Sonos Play:1. 

Lieferumfang

Habe ich schon bei Bose gesagt, dass der Lieferumfang spartanisch ist, so sieht es bei Sonos noch spartanischer aus. Öffnet man den Karton, fällt einem der Play:1 an sich entgegen. Dazu gesellt sich das klassische 2-Polige Kaltgerätekabel und ein Ethernetkabel.Das war es dann auch schon. Bedienung, Einrichtung und Co. laufen ja bekanntlich über die App.

Rückseite vom Sonos Play:1 mit Ethernetanschluss und Stativgewinde

Die Einrichtung des Systems

Was soll man hier groß zu sagen. Es läuft ähnlich wie bei Bose ab. Man baut zunächst eine WLAN Verbindung zu dem Lautsprecher direkt auf, gibt sein WLAN Passwort ein und der Lautsprecher verbindet sich dann automatisch mit dem Heimnetz. Wer kein WLAN will, kann natürlich auch den Lautsprecher direkt mit dem Ethernetkabel verbinden. Will man den Lautsprecher dann doch eher kabellos nutzen, hat aber ein schlechtes WLAN Netz, der kann auch den Sonos Boost benutzen. Dieser erzeugt dann ein extra Netz nur für die Lautsprecher.

Möchte man nun weitere Lautsprecher ins System einfügen, geht das ganz einfach über eine Tastenkombination an den Lautsprechern. Das WLAN Passwort ist dem System ja schon bekannt. Somit wird es natürlich einfacher und komfortabler. Top.

Anders als bei Bose braucht man bei Sonos nicht zwingend ein extra Konto. Es geht auch ohne. Für einige extra Funktionen, wie Spotify Connect, braucht man das jedoch schon. Trotzdem muss man nicht von Anfang an seine Daten angeben.

Was man natürlich braucht, ist ein Konto bei seinem Musikstreamingdienst der Wahl. Sonos unterstützt dort einen Haufen dieser, wobei ich hier in dem Test Spotify benutzt habe.

Musikangebote

Hier dürfte Sonos, als Marktführer, ganz klar die Nase vorne haben. Es wäre einfach zu schreiben, welche Musikdienste nicht unterstützt werden. Spotify dabei, Deezer ebenfalls mit an Board. Tidal, Wimp, Google Play, Apple Music, Groove, Napster, Amazon. Ihr merkt es sicherlich selbst. Die großen Musikdienste sind natürlich mit dabei.

Doch auch kleinere Dienste, die hier in Deutschland nicht unbedingt wichtig sind, findet man auf Sonos. SoundCloud und MixCloud sind dabei noch die größeren und auch in Deutschland weit verbreitetsten. Aber auch irgendwelche Nischendienste findet man hier. Das gefällt mir.

Wer auch noch Radio hören möchte, findet mit TuneIn einen guten Anbieter eben jenes. Bleiben also keine Wünsche mehr offen? Fast. Leider fehlt mit Audible einer der wichtigsten Anbieter von Hörbüchern. Leider hat man auch hier nicht die Möglichkeit, wie bei Bose z.B., sein Gerät über Bluetooth zu verbinden und diesem so zu umgehen. Man darf nur hoffen, dass Sonos hier hart dran arbeitet, dass Audible wieder dabei ist.

Ansonsten muss ich sagen, bietet Sonos so ziemlich alles, was man braucht. Volle Punkte bekommt das Musikangebot von mir nicht. Einerseits bedeutet so eine hohe Anzahl an Musikdiensten auch, dass es ab und an zu Problemen kommt. Ist zwar selten und doch ist es mir ein paar Mal passiert. Außerdem fehlt Audible noch um das Paket komplett zu machen. Erst wenn das gebessert wurde, kann Sonos von mir hier eine volle Punktzahl bekommen. So jedoch gibt es Abzüge in der B-Note.

Die Bedienung

Diese Erfolgt hier komplett über die App von Sonos. Bis vor kurzem war dies auch die wirklich einzige Lösung das zu tun. Mittlerweile jedoch ist Spotify Connect möglich. Außerdem kann man die Lautsprecher auch seit neustem direkt aus Google Play Music ansteuern. So kann man zumindest die Sonos eigene App umgehen.

Spotify Interface der Sonos App

Nicht, dass die App von Sonos schlecht ist. Sie ist gut aufgeräumt und bietet die wichtigsten Funktionen. Anders als die Spotify App zum Beispiel wirkt sie doch etwas altbacken. Ein Update würde dieser App sicherlich gut tun. Es braucht ab und an einige Sekunden, bis die Inhalte geladen sind. Dies ist jedoch wirklich meckern auf hohem Niveau, denn im großen und ganzen bin ich von der App angetan.

Oberseite vom Play:1 mit Bedientasten

Ohen die App jedoch ist man komplett aufgeschmissen. Man kann lediglich den letzten gespielten Song über die Play/Pause Taste starten und den aktuellen Song eben damit anhalten. Außerdem kann man am Lautsprecher selbst noch die Lautstärke ändern. Das war es dann auch. Will man mehr, muss man die App öffnen. Dieser Punkt hat mir bei Bose besser gefallen, da die Fernbedienung doch mehr Möglichkeiten bietet.

Der Klang

Wie auch schon in dem Test zum Bose SoundTouch 10 geschrieben, ist dieser Punkt immer sehr schwierig wiederzugeben. Einer mag den Klang der Lautsprecher, der andere findet es einfach nur furchtbar. Gleiches gilt für die Debatte über High-Res Audio. Viele Leute sagen „besser als das geht nicht“ und wiederum genauso viele Leute sagen „ich merke keinen Unterschied“.

Ich kann nur soviel sagen, dass der Sonos Play:1 im Vergleich zum Bose SoundTouch 10 nicht ganz so neutral in der Klangwiedergabe ist. Der Klang ist „runder“ und mit mehr Bass, aber eben nicht wirklich neutral. Auch hier wieder die Frage, was man will. Für diese Größe jedoch war ich vom Klang echt überrascht, ähnlich wie bei Bose. Wer eher neutralen Klang möchte, sollte also hier zu Bose greifen. Will man jedoch eher einen runden, basslastigen Klang, ist Sonos für einen die bessere Lösung.

Einstellungen für die Lautsprecher von Sonos

Eine Sache, die Sonos jedoch von der Konkurrenz unterscheidet, ist TruePlay. Dafür braucht man nur ca. 2 ruhige Minuten und ein Apple iOS Gerät. Dann läuft man wie ein bekloppter durch den eigenen Raum, während der Lautsprecher laute, nervige Töne von sich gibt. Hat man alles richtig gemacht, hat sich der Lautsprecher selber kalibriert. Anfangs habe ich selber nichts gemerkt. Es klang so wie immer. Nachdem ich TruePlay jedoch wieder deaktiviert hatte, merkte ich wirklich die Änderung. Der Klang wird dadurch wesentlich besser. Besonders dann, wenn man den Lautsprecher nicht wirklich optimal positioniert hat.

Ein anderer guter Punkt ist die Möglichkeit 2 gleiche Lautsprecher zu einem Stereopaar zu schalten. Ich habe es mit den Sonos Play:1 testen können und war überwältigt. Gerade dem kleinen Lautsprecher tut diese Möglichkeit sehr gut, da so die Räume wesentlich besser mit dem Klang gefüllt werden können. Dies geht allerdings nur mit 2 gleichen Lautsprechern. Hat mein ein Play:5, muss der zweite Lausprecher auch ein Play:5 sein. Dieses geht natürlich ins Geld. Keine Frage.

Genauso wie bei den Bose SoundTouch 10 gebe ich auch hier nur den Hinweis, dass ihr mal in einen Elektromarkt gehen sollt. Dort kann man in der Regel die Lautsprecher selbst testen und dann für sich entscheiden, ob sie einem gefallen. Denn Klang ist, wie hier schon mehrfach gesagt, eine sehr subjektive Einschätzung, die jeder anders empfindet. Mir jedoch hat der Klang der Play:1 sehr gut gefallen und sogar noch einen Mü besser als der von Bose.

Fazit

Auch mit Sonos kann man nicht viel falsch machen. Es war eines der wenigen Produkte, bei dem ich leichte Tränen in den Augen hatte, als ich sie zurückschicken musste. Vom Klang war ich, bei der Größe natürlich mit eingerechnet, sehr überzeugt. Lediglich an der App könnten noch leichte Änderungen seitens Sonos vorgenommen werden. Das gute dabei ist natürlich, dass wir es hier mit Softwaresachen zu tun haben. Man braucht also bei Änderungen keinen neuen Lautsprecher. Sollte irgendwann auch TruePlay für Android zur Verfügung stehen, sowie Audible wieder mit an Board sein, ist das Sonos System für nahezu jeden empfehlenswert. Lediglich der audiophile Nutzer könnte nicht 100% zufrieden sein. Der wird auf andere Lösungen zurückgreifen müssen.

Ich möchte euch sehr dazu ermuntern auch den Test zum Bose SoundTouch 10 zu lesen. Viele Sachen, die ich da gesagt habe, habe ich hier nicht noch einmal wiederholt. Sie treffen aber durchaus auch auf Sonos zu. Zum Thema Multiroom könnt ihr euch auf noch ein paar mehr Artikel freuen. Sollte euch das Thema noch mehr interessieren, werde ich versuchen noch mehr Systeme zu testen. Vorschläge gerne in die Kommentare :D.

Hier noch einmal kurz die Bilder, die beide getesteten Lautsprecher vergleichen.

Hinweis: Dieser Lautsprecher wurde mir freundlicherweise von Sonos für den Testzeitraum zur Verfügung gestellt. Trotzdem ist alles, was hier steht, meine Meinung. Weder hat jemand von Sonos den Test bezahlt, noch hat Sonos diesen Test vor Veröffentlichung gegengelesen. Wenn jemand mehr über diesen Lautsprecher wissen möchte, geht am besten auf die Seite von Sonos.

Sonos Play:1

184,03€
Sonos Play:1
8.8

Einrichtung

8.0/10

Bedienung

9.0/10

Design

8.5/10

Musikdienste

9.5/10

Klang

9.0/10

Pros

  • Klangqualität für diese Größe hervorragend
  • viele Musikdienste
  • TruePlay Raumeinstellung
  • Stereopaar möglich (kein Delay)
  • minimalistisches Design

Cons

  • Audible nicht verfügbar
  • sehr geschlossenes System
  • TruePlay nur mit iOS

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