Windows 10 S und Surface Laptop: Fail oder die Zukunft?

Ich habe lange, wirklich sehr lange über dieses „neue Windows“, welches Microsoft da am 02. Mai gezeigt hat. Eigentlich wollte ich diesen Text schon vorher schreiben, doch ich war einfach noch nicht bereit. Mir war nicht klar, was das überhaupt soll. Noch ein Windows RT? Dann noch ein 1.150 Euro Laptop, welcher mit diesem Betriebssystem kommt? Es klingt irgendwie alles absurd, doch wenn man ein wenig nachdenkt, dann ist klar erkennbar, was Microsoft da eigentlich wollte. Windows 10 S ist, was Windows 10 von Anfang an sein sollte.

Windows 10 S, die Seele von Windows 10

Unter dem Stichwort „MicrosoftEDU“ hat Microsoft diese neue Form von Windows 10 vorgestellt. Man nennt es ganz einfach Windows 10 S, so wie in Mercedes S Klasse oder so. Zuerst habe ich gedacht, dass das S für School oder Student steht. Klar, liegt ja auch irgendwie auf der Hand. Warum sonst sollte man das Event unter dem Stichwort Education laufen lassen? Doch, da ist mehr. Es fühlt sich an, als sei das Education in diesem Fall komplett Marketing. Man möchte über den Education Markt die Leute gewinnen, damit sie auch privat auf Windows 10 setzen.

Das S in Windows 10 S steht, nach Microsoft, für Streamlined. Man reduziert Windows und konzentriert sich auf das wichtigste. Alter Ballast soll abgeworfen werden. Viele Leute brauchen im alltäglichen Leben sowieso nur einen Webbrowser, Textverarbeitung oder Mail Clients. Das ganze Drumherum ist nur schwere Last, die man mitschleppen muss.

Der neue Standard Desktop von Windows 10 S | © Microsoft

Nicht schon wieder Windows RT…

Warum habe ich vorhin eigentlich von „noch einem Windows RT“ geredet? Nun, Windows 10 S unterstützt nur Programme aus dem Windows Store. Sprich, man kann sich nicht einfach so Programme von irgendwo herunterladen, sondern muss den Weg über dieses Store gehen. Das bringt natürlich den Nachteil mit, dass nicht alle bisher genutzten Programme nutzbar sind. Damit fühlt man sich an die Zeiten von Windows RT erinnert. Ich kann mir wirklich bildlich vorstellen, wie sich jemand ein neues Surface RT gekauft hat und dann feststellt, dass gar nichts läuft. Doch, so habe ich das Gefühl, macht man dieses Mal einiges anders.

Der Store, Zeitpunkt jetzt, ist wesentlich besser aufgestellt als noch zu Windows 8 Zeiten. Aufgrund der Popularität von Windows 10 wird es immer besser und besser. Für nahezu jedes Problem gibt es im Store eine App, die man sich einfach herunterladen. Durch die Möglichkeit, normale Win32 Programme in den Store zu laden, wird es in Zukunft natürlich noch besser werden. Problematisch ist und bleibt natürlich, dass man zum Beispiel alternative Webbrowser im Windows Store mit der Lupe suchen muss. Vielleicht bringt ja Google doch den Chrome Browser in den Store. Wobei Microsoft aus Sicht von Google ein riesen Dorn im Auge ist.

Wermutstropfen ist und bleibt, dass man Bing als Standardsuche nicht ändern kann, sowie der Microsoft Edge Browser ebenso immer standardmäßig aktiviert ist. Man kann es nicht ändern, diese Microsoft Produkte können als Standard nicht ersetzt werden. Hoffentlich bietet Microsoft doch diese Option an; es wäre ja nur ein Softwareproblem dies zu ändern. Besonders die EU dürfte da ein Auge drauf werfen (Stichwort Media Player).

Immer schnell, immer sicher

Dass man Apps nur aus dem Store laden kann, hat allerdings auch entscheidende Vorteile. Windows 10 wird damit noch ein Stückchen sicherer. Wer kennt es nicht. Leute, die sich jeden Müll aus dem Netz laden, allerhand Bloatware und Adware installieren und der Rechner dadurch mega langsam und total virenverseucht ist. Mit Windows 10 S sollte das nicht so einfach passieren. Man sperrt dieses System gegen solche Schwachstellen. Natürlich wird es immer noch Viren geben, klar, doch die Wahrscheinlichkeit sich welche zu holen wird drastisch minimiert.

Auch laufen diese Apps in sicheren Containern und können aus diesen nur über „gezielte Kanäle“ mehr oder weniger miteinander kommunizieren. Alle Programme laufen also in ihrer eigenen Umgebung und dürfen den Rest somit nicht anfassen. Ein großer Pluspunkt in Sachen Sicherheit, auch wenn das wie schon beschrieben Angriffe nicht komplett abwehren kann. Je schwieriger man es den Angreifern jedoch macht, desto geringer wird das Interesse dieser. Sie wollen schnell und einfach möglichst viel zerstören.

Weiterer großer Pluspunkt ist die Geschwindigkeit. Windows 10 S ist noch schneller als Windows 10, welches ja ohnehin schon ein extremer Geschwindigkeitsgewinn im Vergleich zu Windows 7 ist. Weniger Ballast bedeutet somit auch höhere Geschwindigkeit. Da die Store Apps zudem generell kleiner sind und auch nicht so tief in das System eingreifen dürfen, ist ein deutlicher Geschwindigkeitszuwachs zu erwarten. Wie hoch der tatsächlich ist, wird sich zeigen. Man kann sich jedoch auf Chrome OS ähnliche Zeiten freuen 😉

Wenn´s dann doch etwas mehr sein soll

Will man, oder kann man, auf das klassische Windows mit den klassischen Programmen nicht verzichten gibt es, anders als noch zu RT Zeiten oder auf Chrome OS, die Möglichkeit auf ein volles Windows 10 Pro zu wechseln. Damit bieten sich alle Möglichkeiten, die auch dieses bietet. Dieser Wechsel soll mit wenigen Klicks und innerhalb kürzester Zeit möglich sein. Leider gibt es da 2 kleinere „Probleme“. Hat man einmal den Wechsel vollzogen, gibt es keinen einfachen Weg zurück. Man müsste Windows dann neu installieren. Außerdem kostet dieses Upgrade Geld, 50 Euro um genau zu sein. Wer bis Ende 2017 den Wechsel vollzieht, bekommt die Windows 10 Pro Lizenz geschenkt. Gleiches gilt auch für Bildungseinrichtugen, dort allerdings für immer. Selbst die 50 Euro sind aber noch in einem vertretbaren Rahmen, sollte man wirklich Windows 10 Pro benötigen

Nicht nur was für günstige Geräte

Das Surface Laptop in Platin Grau mit neuer Arc Mouse | © Microsoft

Kommen wir nun also ganz kurz zu dem Surface Laptop. Was die Spezifikationen angeht, bewegt man sich hier in einem ähnlichen Rahmen wie das Surface Pro. Wen es genauer interessieren sollte, der kann sich dieses Gerät gerne auf der Microsoft Webseite anschauen. Hier geht es vielmehr um das „warum“. Warum hat Microsoft ein Laptop vorgestellt? Warum mit Windows 10 S?

Die Farbvarianten vom Surface Laptop | © Microsoft

Surface Geräte sind immer der Beginn einer neuen Gerätekategorie. Surface Pro und Surface Book waren der Beginn von 2 in 1 Geräten und das Surface Studio ist ein transformierbarer All in One PC. Doch was ist das Surface Laptop? Sieht ja aus wie ein klassischer Laptop. Ja, aber hiermit wird das Zeitalter von Windows 10 S eingeläutet. Man möchte zeigen, was dieses neue System drauf hat und dafür ist dieser Laptop gerade zu perfekt geeignet. Windows 10 S soll nämlich nicht nur Konkurrenz zu Chrome OS werden, sondern langfristig die Standardversion von Windows 10 werden.

Fazit

Es mag jetzt ein wenig komisch klingen, aber ich glaube, dass Windows 10 S in Zukunft das Windows sein wird, welches wir nahezu alle nutzen werden. Man möchte über den Bildungsmarkt ein wenig den Einstieg wagen, um dann später nahezu alle, zumindest die Privatanwender, zum Wechseln zu bewegen. Dabei spielt das Surface Laptop eine entscheidende Rolle. Es zeigt, was Windows 10 S ist und sein soll. Vielleicht wird das Surface Laptop auch das wichtigste Surface Gerät für Microsoft. Vielleicht wird es aber auch ganz anders kommen und Windows 10 S in 2 Jahren vergessen ist.

Was haltet ihr von Windows 10 S und dem Surface Laptop. Schreibt es gerne in die Kommentare.

Weitere Informationen:

Windows 10 S

Surface Laptop